Immobilienpreise auf dem deutschen Immobilienmarkt 2012
Das aktuelle Zinsumfeld gestaltet sich nach wie vor gut und basierend auf der Tatsache, dass es wenige alternative Kapitalanlageformen gibt, die eine Wertentwicklung in Aussicht stellen, setzen viele Menschen verstärkt auf die eigenen vier Wände.
Deutscher Immobilienmarkt boomt wie selten zuvor
Die Finanzkrise wie auch die weiterhin niedrigen Bauzinsen werden im Jahr 2012 dazu führen, dass die Nachfrage bezüglich von Wohneigentum ansteigen wird. Steigendes Interesse gilt laut Umfragen nicht nur nach Neubauten, sondern auch Bestandsgebäuden. Dieser Trend, der sich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2010 abzeichnete, wird sich weiter fortsetzen, was mit einer allgemeinen Belebung am Immobilienmarkt verbunden sein wird. In der Praxis bedeutet dies, dass mit steigenden Immobilienpreisen gerechnet werden muss. So gibt es Untersuchungen, die sich auf Eigentumswohnungen aus dem Bestand beziehen und die schon heute um mehr als 8 Prozent im Preis angezogen haben. Experten sprechen von einer Preissteigerung, die es in dieser Form in den vergangenen zwei Jahrzehnten am Immobilienmarkt nicht mehr gegeben haben soll. Bereits in den vergangenen Monaten verlangten Bauträger mehr als 10 Prozent für den Neubau einer durchschnittlich großen Eigentumswohnung.
Preissteigerungen hängen vom Standort ab
Die strukturellen Voraussetzungen eines Wohngebietes wie auch die Lage nehmen Einfluss auf die Entwicklung der Immobilienpreise. Insbesondere in Regionen mit einer hohen Bevölkerungsdichte, in Ballungszentren und Großstädten stehen im bundesdeutschen Vergleich weniger Eigenheimangebote zur Verfügung, wobei München an der Spitze dieser Städte steht. Hier nimmt die neu erbaute Eigentumswohnung oder die Wohnung im Bestand einen hohen Stellenwert ein. Sie gelten als preisgünstige Alternative zum eigenen Häuschen und werden sich auch in Zukunft wachsender Beliebtheit erfreuen. Jedoch legen künftige Immobilienbesitzer verstärkt Wert auf eine gute Wohnlage. In einigen Großstädten der neuen Bundesländer wie beispielsweise in Dresden erreichte die Preissteigerung einen Wert von mehr als 11 Prozent, gefolgt von Städten wie Stuttgart, Frankfurt und Hamburg, wo ein Preisanstieg von rund sieben Prozent verzeichnet werden musste. Die Infrastruktur und die demografische Gesamtsituation einer Stadt beeinflussen die Preisentwicklung von Immobilien.
Wohnraumknappheit treibt die Immobilienpreise in die Höhe
Insbesondere im Süden der Republik und dem westlichen Niedersachsen droht eine Wohnungsnotstand. Das Niedrigzinsniveau ermuntert viele Menschen dazu, recht bald in die eigene Immobilie zu investieren. Parallel dazu werden Inflationsängste geschürt und veranlassen ebenfalls viele Anleger dazu, in Sachwerte zu flüchten. Nicht nur Selbstnutzer wollen das günstige Zinsniveau von Hypothekendarlehen nutzen, sondern auch Kapitalanleger, weil sich durch attraktive Finanzierungskonditionen Anlageimmobilien schnell entschulden lassen. Angesichts der demografischen Entwicklung in der Bundesrepublik und der Tatsache, dass die gesetzliche Rente bald lediglich einer Grundversorgung dienen wird, flüchten immer mehr Menschen in die eigene Immobilie, die vermietet werden kann, um finanzielle Engpässe im Ruhestand zu vermeiden. Die eigen Immobilie als Altersvorsorgeprodukt gewinnt flächendeckend an Bedeutung.
Zinsumfeld ist nicht kalkulierbar
Günstige Zinskonditionen überzeugten bereits im 1. Quartal 2011 und auch nach den beiden Zinsschritten um je 0,25 Prozentpunkte auf 1,0 zur Jahresmitte hin, führten nicht zu wesentlichen Verteuerungen im Bereich Baufinanzierungen. Der Wechsel an der Spitze der Europäischen Zentralbank bescherte auch eine andere Strategie. Der Italiener Mario Draghi und sein Team aus Ökonomen hoben im Zeitraum Anfang November bis zum 8. Dezember gleich zweimal den Leitzins an, der aktuell wieder bei 1,0 Prozent liegt. Weniger die europaweit gestiegene Inflationsrate steht für Draghi im Mittelpunkt, als vielmehr die Unterstützung der stagnierenden Wirtschaft. Die Wachstumsdaten für das Jahr 2012 wurden relativiert, sodass durch den gesenkten Leitzins „billiges“ Geld europäischen Geschäftsbanken zur Verfügung gestellt wird. Der Kreditmarkt wird neu belebt und somit auch die Investitionslaune Von Unternehmen. Nicht nur die Wirtschaft profitiert von den milliardenschweren Geldzuflüssen in Banken, sondern auch der private Investor, der in eine inflationsgeschützte Kapitalanlage investieren will – die eigene Immobilie.
Selbst lange Zinsbindungen sind günstig zu haben. Planungssicherheit, Einsparungen von Zinskosten und Schutz vor Zinssteigerungen sind mit einer langen Laufzeit ab zehn Jahren verbunden. Gleiches gilt für Darlehensnehmer, die sich noch in der Zinsbindung befinden und deren Anschlussfinanzierung in wenigen Jahren ansteht. Über ein Forward-Darlehen lassen sich die günstigen Konditionen sichern. Menschen, die mit ihrem Einkommen im Bereich des Spitzensteuersatzes liegen, gelten als Favoriten für gehobene Bestandsimmobilien oder Denkmalschutzgebäude, da Sonderabschreibungsmöglichkeiten Einsparungen bieten. Die steigende Nachfrage nach dem Altersvorsorgeprodukt „Immobilie“ wird langfristig insbesondere im Bestandsbereich zu einem Preisanstieg führen und dies nicht nur in Ballungszentren, sondern auch in anderen Regionen der Republik. Grundsätzlich kann eine deutliche Wertsteigerung von Eigentumswohnungen im Gegensatz zu Häusern verzeichnet werden. Trotz der durchschnittlichen Preissteigerung von mehr als vier Prozent bei Eigentumswohnungen, geht der Trend verstärkt ins „eigene Wohnen auf der Etage“ und dies obwohl die Preissteigerung bei Einfamilienhäusern bei lediglich 0,3 Prozent lag.
